Die Hüft-Endoprothese
Zurück in ein Leben voller Bewegung

Das gesunde Hüftgelenk

Das Hüftgelenk bietet durch seine Form als Kugelgelenk eine sehr große Bewegungsfreiheit. Die Gelenkflächen sind mit einer knorpeligen Gleitschicht überzogen, die wie ein Stoßdämpfer wirkt. Das Gelenk wird über die Gelenkkapsel stabilisiert und ernährt. Diese Gelenkkapsel produziert ebenfalls die Gelenkflüssigkeit.

Das kranke Hüftgelenk

Angeborene Formveränderungen des Hüftgelenkes, Überlastung, rheumatische Erkrankungen, Entzündungen oder Stoffwechselerkrankungen sowie Durchblutungsstörungen führen zur Abnutzung des Gelenkknorpels. Das Ergebnis: die Stoßdämpferfunktion wird nicht mehr erfüllt, die Knochen reiben aufeinander und es kommt zu schmerzhaften Formveränderungen an Hüftkopf und Hüftpfanne.

Folgende Beschwerden weisen auf derartige Verschleißerkrankungen hin:

  • Schmerzen beim Aufstehen, bei Belastung, bei Bewegung oder im Ruhezustand
  • Bewegungseinschränkungen des Hüftgelenkes
  • Bewegungsgeräusche

Konservative Behandlung

Zur Vermeidung einer Operation können Schmerzmedikamente gegeben sowie Bewegungsübungen und Physiotherapie durchgeführt werden.

Wenn trotz dieser konservativen Behandlungsmaßnahmen die Schmerzen sowie die Funktionsbehinderungen am Hüftgelenk zunehmen und durch eine chronische Fehlbelastung zusätzlich Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule und der Kniegelenke auftreten, ist das Einsetzen eines Kunstgelenkes erforderlich.

Einsatz einer Hüftgelenk-Endoprothese

Durch eine Hüftgelenk-Totalendoprothese werden sowohl die Pfanne als auch der Hüftkopf ersetzt. Dabei wird der künstliche Hüftschaft in den Oberschenkelknochen eingesetzt. Die Endoprothese besteht aus Titan, Keramik und Polyäthylen und wird zementfrei in den Knochen eingebracht.

Bereits bei der Voruntersuchung und während der Operationsplanung werden Größe, Modell und Art der Fixierung der Endoprothese im Knochen festgelegt.

Die Operation:

Der Eingriff dauert in der Regel 60-90 Minuten und wird in Voll- oder Teilnarkose durchgeführt. Zum Ersatz des üblichen Blutverlustes während und nach der Operation kann der Patient vor der Operation Eigenblut spenden. Zusätzlich lässt sich das nach der Operation verlorene Blut auffangen und zurücktransfundieren.

Nachsorge:

Nach der Operation ist sofort eine volle Belastbarkeit des künstlichen Hüftgelenkes möglich.

Zur Verbesserung der Gehfähigkeit wird im Anschluss an die Operation eine Krankengymnastik durchgeführt.

Die Lebensdauer der Endoprothese:

Aufgrund bisheriger Erfahrungen rechnet man für die Hüft-Endoprothese mit einer Haltbarkeit von durchschnittlich 15 Jahren. Die Lebensdauer der Endoprothese wird wesentlich beeinflusst durch die körperliche Beanspruchung, die Knochenbeschaffenheit sowie durch die Art der verwendeten Materialien.

Das Leben nach der Operation:

Der Einsatz einer Hüftgelenk-Endoprothese bedeutet für den Patienten die Rückkehr in ein weit gehend "normales" Leben voller Bewegung.

Nach wenigen Monaten erlangen Sie die Beweglichkeit zurück, die in etwa der einer gesunden Hüfte entspricht, und können Ihr Leben wieder voll genießen.

Sie können Ihren Hobbys nachgehen und auch wieder Sport treiben. Erlaubt sind Sportarten, die eine Überlastung des Hüftgelenkes ausschließen. Bitte sprechen Sie mit uns oder Ihrem behandelnden Arzt vor der Aufnahme einzelner Sportarten.

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient, in dieser Kurzinformation können wir Ihnen naturgemäß lediglich grundlegende Informationen vermitteln. Zur Beantwortung weiterer Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auf www.gelenkforum.de