Klumpfuß
Alternativen zur klassischen Behandlung

Klumpfuß - was ist das?

Klumpfüße gehören zu den häufigsten Fehlbildungen bei Säuglingen. Angeborene Klumpfüße treten bei ca. 1-3 von 1000 Säuglingen auf. Betroffen sind Sehnen, Bänder und Muskeln in unterschiedlicher Ausprägung. So kommt es zu verschieden stark ausgeprägten Symptomen, wobei es sich immer um Verformungen, Fehlstellungen und Einschränkungen in der Beweglichkeit handelt.

Die Ursachen für die Entstehung von Klumpfüßen sind bis heute noch nicht endgültig geklärt. Neben familiären Häufungen, also öfter auftretenden Klumpfüßen innerhalb einer Familie, werden Fruchtwassermangel während der Schwangerschaft, Lageanomalien des Ungeborenen während der Schwangerschaft und das Rauchen der Mutter während der Schwangerschaft als Ursachen genannt.

Die klassische Behandlung

Die Behandlung angeborener Klumpfüße beinhaltet in der Regel eine Gipsbehandlung über mehrere Monate. Anschließend wird dann fast immer eine Operation des Fußes notwendig. In einigen leichten Fällen genügt eine Verlängerung der Achillessehne, aber meist wird die komplette Eröffnung der Fußwurzel-Gelenke in Kombination mit einer Umstellung der Knochen erforderlich.

Die Operationen beinhalten das Risiko so genannter Folgeverformungen (z. B. Stempelfüße, Hohlfüße, Knickfüße) sowie Schmerzen im mittleren Alter aufgrund narbenbedingter schlechter Beweglichkeit des Fußes.

Klumpfußbehandlung nach Ponseti

International werden zunehmend konservative Maßnahmen propagiert, welche diese gelenkeröffnenden Operationen nur selten notwendig machen.

Die in unserer Praxis in Zusammenarbeit mit dem Altonaer Kinderkrankenhaus angebotene Therapie nach Ignatio Ponseti beginnt unmittelbar nach der Geburt.



Im ersten Schritt wird ein so genannter Redressionsgips angelegt. Danach folgen wöchentliche Gipswechsel bis eine ausreichend gute Stellung erreicht ist. Dieses ist normalerweise nach 6-8 Gipsen der Fall. Danach kann dann in örtlicher Betäubung eine Durchtrennung der Achillessehne erfolgen. Dieser Eingriff bedeutet für das Baby lediglich einen Stich durch Haut und Sehne. Nach dieser Mini-OP wird der nächste Gips für 3 Wochen belassen.




Zur Weiterbehandlung wird sodann eine Dennis-Browne-Schiene angefertigt, welche der Säugling für 3 Monate trägt. Danach ist am Tag keine weitere Behandlung mehr erforderlich und die Schiene wird nur noch nachts angelegt bis das Kind ca. 3 Jahre alt ist.

Deutlich geringere Operationsrate

Mit dieser Therapie ist nur bei 3 bis 10 % der kleinen Patienten eine ausgedehnte Operation erforderlich. Bei der konventionellen Behandlungsmethode liegt im Gegensatz dazu die Quote bei etwa 90 %. Bei 20% der nach Ponseti behandelten Kinder kann aufgrund zunehmender Klumpfußhaltung noch eine Operation einer Sehne am Fuß erforderlich werden. Dieses kann Kinder vom 2. bis zum 4. Lebensjahr betreffen.

Die Methode nach Pontesi wird in der aktuellen internationalen Literatur zunehmend favorisiert und in der Praxis als Alternative zu der klassischen Behandlungsmethode angeboten. Unsere bisherigen Behandlungsergebnisse bestätigen die in diese neue Methode gesetzten Erwartungen.

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient, in dieser Kurzinformation können wir Ihnen naturgemäß lediglich grundlegende Informationen vermitteln. Zur Beantwortung weiterer Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Ansprechpartner: Dr. Ulrich Korn

Weitere Informationen erhalten Sie auch im Internet unter:

www.Klumpfuss-info.de

http://www.vh.org/ pediatric/ provider/ orthopaedics/ Clubfoot/ Clubfootgerman.html