Knochendichtemessung bei Osteoporose
Die sieben wichtigsten Fragen zur Osteoporose
Was Sie wissen sollten, um Ihre Knochen gesund und belastbar zu erhalten
Ein Viertel aller Menschen über 50 Jahre in Deutschland, also rund 7,8 Millionen, sind neuesten Untersuchungen zufolge an Osteoporose, dem schleichenden Substanzverlust der Knochen, erkrankt. Die Behandlungsmethoden und damit die Aussichten, trotzdem ein weitgehend beschwerdefreies Leben zu führen, verbessern sich ständig. Doch nur ein Viertel der Patienten profitiert davon. Einer der Gründe: Häufig werden die Krankheitssymptome ignoriert, ärztliche Hilfe zu spät in Anspruch genommen. Dr. Axel Riechers, Orthopäde in der Praxisgemeinschaft Dr. Buchholz & Partner in Hamburg, sagt Ihnen, was Sie über Ihre Knochen wissen sollten.
1. Ist Osteoporose schmerzhaft ?
Anfangs nicht. Gerät das Gleichgewicht zwischen Knochen aufbauenden und Knochen abbauenden Zellen aus der Balance, spüren wir zunächst einmal gar nichts davon. Erst wenn Knochenmasse und Mikroarchitektur des Knochengerüstes so minimiert sind, dass ein Bruchrisiko besteht, oder sogar sog. Mikrobrüche bestehen , treten Beschwerden auf. Ein erster Hinweis auf Osteoporose können chronische Rückenschmerzen sein: Auslöser ist dann ein Wirbelbruch.
Jedoch ist auch eine auffallende Verminderung der Körpergröße oder veränderte Körperhaltung ein möglicher Hinweis auf vorliegende Osteoporose.
2. Kann man die Instabilität von Knochen schon vor dem ersten Bruch feststellen?
Ja. Frauen ab 50 und Männern ab 60 wird daher vorbeugend eine Knochendichtemessung empfohlen, die allerdings selbst bezahlt werden muss. In den meisten Praxen wird dazu das DXA-Verfahren angewandt. Die Knochendichte – das heißt die Dichte der inneren, schwammartigen (trabekulären) Knochen - wird an der Lendenwirbelsäule und der Hüfte mit Röntgenstrahlen bestimmt und mit den Durchschnittswerten von jungen Erwachsenen verglichen. Hat sich die Knochendichte um 60 Prozent gegenüber den Vergleichswerten verringert, spricht man von Osteoporose. Zunehmend setzt sich die Messung mit dem Computertomographen durch. Sie bestimmt zusätzlich die Qualität des kortikalen Knochens, der den Innenknochen wie ein Panzer umgibt und nach neuen Studien wesentlich für die Stabilität des Skeletts ist, sowie die Knochenfeinstruktur, ein komplexes Netzwerk aus Knochenbälkchen. Je mehr quervernetzte Bälkchen, desto bruchsicherer der Knochen.
3. Warum haben Männer ein geringeres Bruchrisiko als Frauen?
4. Kann man Osteoporose vorbeugen?
5. Wird die Krankheit vererbt?
Nein, Osteoporose ist keine Erbkrankheit, jedoch steigt das Erkrankungsrisiko, wenn in der Familie gehäuft Osteoporose auftritt.
6. Kann man Osteoporose heilen?
Nein, aber lindern und das Knochenbruchrisiko herabsetzen. Vorbeugend und auch zur Behandlung von Osteoporose wird eine Zufuhr von 1200 – 1500 mg Calcium und 400-1200 IE (Internationalen Einheiten) Vitamin D täglich empfohlen. Nahrungsergänzungsmittel können sinnvoll sein, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Zusätzlich sollten Muskelkraft und Koordination trainiert werden, da sie nachweislich das Osteoporose typische Sturzrisiko mindern.
Wenn eine Knochendichtemessung ein um 30 Prozent erhöhtes Bruchrisiko für Wirbelkörper und Hüfte ergeben hat,
wird Ihr Arzt Ihnen Medikamente verschreiben:
Bisphosphonate (Tablette, 3-Monats-Spritze oder Jahresinfusion) stärken vorhandene Knochenmasse durch Verminderung übermäßigen Knochenabbaus.
SERM’s – Selektive Estrogen Rezeptor Modulatoren (Tablette ) regulieren den Knochenstoffwechsel
Teriparatid (Spritze über 18 Monate) ist ein Bestandteil des Parathormons, fördert die Bildung neuer Knochenmasse und Knochenstrukturen und wird bei Patienten mit Knochenbruch trotz erfolgter Medikamententherapie empfohlen
Strontiumralenat (Pulver zum Einnehmen) hemmt den Knochenabbau und steigert gleichzeitig den Knochenanbau.
Der Orthopäde erörtert unter Berücksichtigung der Patientenvorgeschichte , der Begleiterkrankungen und der individuellen Knochendichte – Messergebnisse dem Patienten eine optimale medikamentöse Behandlung und berät ihn über Kontrollmessungen ,um den Behandlungserfolg sicherzustellen .
7. Helfen Hormone gegen Osteoporose?
Auf jeden Fall ist Osteoporose keine schicksalhafte Erkrankung ,gegen die nichts unternommen werden kann.
Die Gefahr liegt in ihrer versäumten Erkennung.
In unserer Praxis werden Ihnen alle Fragen zur Diagnostik erschöpfend beantwortet , um ggf. die für Sie geeignete Therapie einzuleiten.
Was kann man tun?
Zu glauben, die Osteoporose sei eine Krankheit, gegen die "kein Kraut gewachsen sei", ist falsch. Die heutige Medizin weiß, wie Osteoporose verhindert und behandelt werden kann. Osteoporosevorbeugung und -behandlung basiert auf den drei Bereichen: Ernährung, Bewegung und Knochenhärtung durch Medikamente.
Ernährung
Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung geht es in erster Linie um die Versorgung des Organismus mit Kalzium und eventuell auch Vitamin D, das ebenfalls durch Aufenthalte an der frischen Luft durch die Haut gebildet werden kann.
Bewegung und Sport
Durch Bewegung und Sport, insbesondere durch Gymnastik und Krafttraining mit gezielter Belastung, können die Knochen "trainiert" werden. Knochen, die Belastungen gewohnt sind, sind stabiler als untrainierte Knochen.
Medikamente
Bei bereits weit fortgeschrittener Osteoporose stehen spezielle Medikamente zur Verfügung, die über einen längeren Zeitraum eingenommen werden müssen. Mit ihnen ist es meist möglich, den Abbauprozess in den Knochen zu verlangsamen, ihn zu stoppen und eventuell sogar eine Verbesserung der Knochenfestigkeit zu erreichen.
Die Osteoporose-Diagnose
Bei der Erkennung einer Osteoporose spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. So erhöhen z. B. früh einsetzende Wechseljahre, geringe körperliche Aktivität, Rauchen oder Mangelernährung die Wahrscheinlichkeit, dass eine Osteoporose diagnostiziert werden muss. Wichtige Hinweise auf eine Osteoporose sind natürlich auch bereits vorhandene Knochenbrüche.
Der tatsächliche Zustand der Knochen lässt sich mit Hilfe der so genannten Knochendichtemessung sehr gut ermitteln. Die Methode, die wir in unserer Praxis verwenden, möchten wir Ihnen im Folgenden näher beschreiben.
Knochendichtemessung mit modernster DXA - Technik
Viele Patienten möchten verständlicherweise möglichst genau wissen, wie es um den Zustand Ihrer Knochen steht. Und zwar bevor Knochenbrüche auftreten.
Um die Qualität Ihrer Knochen zuverlässig festzustellen, steht in unserer Praxis ein Knochendichtemessgerät zur Verfügung, das die Knochen-Mineraldichte in der Wirbelsäule und der Hüftregion misst. Die Knochenmineraldichte ist bei der Diagnose von Osteoporose und anderen Erkrankungen des Knochenstoffwechsels von großer Aussagekraft. Das verwendete DXA Messverfahren beruht auf moderner Röntgentechnologie mit minimaler Strahlenbelastung und hoher Aussagefähigkeit.
Es ist für die Verlaufskontrolle unter der Osteoporosebehandlung von der Weltgesundheitsorganisation zugelassen. Innerhalb von 3-6 Minuten erfasst das Gerät die erforderlichen Daten, die für eine fundierte Aussage Ihrer Knochendichte benötigt werden. Dabei liegen Sie bequem auf dem Rücken, unsere fachkundigen Mitarbeiterinnen betreuen Sie während dieser Zeit. Die Ergebnisse werden Ihnen anhand der Ausdrucke ausführlich erläutert. Bei ersten Anzeichen einer Osteoporose kann dann eine entsprechende Therapieempfehlung gegeben werden, die geeignet ist, die Knochenqualität zu bewahren bzw. zu verbessern. Zur Verlaufskontrolle empfiehlt es sich, die Knochendichte in jährlichen Abständen zu überprüfen. Durch diese Neuerung können wir Ihnen die ganze Kompetenz auf dem Gebiet der Osteologie innerhalb unserer Praxisgemeinschaft anbieten.
Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient, in dieser Kurzinformation können wir Ihnen naturgemäß lediglich grundlegende Informationen vermitteln. Zur Beantwortung weiterer Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.